Volle Rufbereitschaften auch für Teilzeitkräfte

von Thorsten Blaufelder

Teilzeitbeschäftigte haben nicht unbedingt Anspruch auf eine entsprechend verringerte Zahl von Rufbereitschaften. Eine Betriebsvereinbarung, die die Rufbereitschaft unabhängig von der Arbeitszeit regelt, führt nicht automatisch zu einer Benachteiligung der Teilzeitkräfte, heißt es in einem aktuell veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) München vom 15.05.2014 (AZ: 2 Sa 1/14). Es bestätigte damit eine Betriebsvereinbarung zu Rufbereitschaften bei der Lufthansa.

Die Klägerin arbeitet mit 20 Wochenstunden am Ticket-Schalter der Lufthansa in München. Das entspricht gut 53 Prozent einer vollen Stelle von 37,5 Wochenstunden.

Nach einer Betriebsvereinbarung für das Lufthansa-Bodenpersonal muss jeder Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten sieben Rufbereitschafts-Tage leisten. Im eher seltenen Fall eines Anrufs müssen sie dann innerhalb von 90 Minuten am Flughafen sein. Ohne Abruf wird die Rufbereitschaft mit einem Achtel des regulären Lohns vergütet. Laut Tarifvertrag gilt die Rufbereitschaft aber ausdrücklich nicht als Arbeitszeit.

Die Klägerin meinte, sie müsse mit ihrer gut halben Stelle auch nur gut die Hälfte – also vier der sieben – Rufbereitschaftstage leisten. Andernfalls werde sie wegen ihrer Teilzeitarbeit unzulässig benachteiligt.

Das Arbeitsgericht München war dem noch gefolgt, das LAG wies die Klage nun aber ab ...

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