Fataler error in persona: versuchter Mord oder Totschlag, Rücktritt vom Versuch, Mittäterexzess? Prozess in Köln beginnt heute

von Rainer Pohlen

In knapp zwei Stunden beginnt vor dem Landgericht in Köln der Prozess gegen vier Männer, die wegen versuchten Totschlags eines 60-jährigen Mannes angeklagt sind. Das Gericht hat zuletzt noch einen rechtlichen Hinweis gegeben, dass auch versuchter Mord in Betracht komme.

Laut Anklage hat einer der vier Angeklagten vor gut 8 Monaten Streit mit einem Nachbar bekommen, dem er verschiedentlich die Garage zugeparkt haben soll. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei welcher der wesentlich ältere Nachbar, der früher einmal Kampfsport gemacht hat, die Oberhand gewann. Der unterlegene Mann soll Rachepläne geschmiedet haben. Zwei Wochen später, so die Anklage, hätten die vier Angeklagten dem Garagenbesitzer aufgelauert, von dem man wusste, dass er Sonntags gegen 8 Uhr beim Becker Brötchen holt.

Die vier sollen den Mann abgepasst und sich dann auf ihn gestürzt haben, als er mit seinem Fahrrad auf dem zuvor ausbaldowerten Weg an ihnen vorbei kam. Mit Eisenstangen oder Baseballschlägern sollen sie auf ihn eingeschlagen haben, bis Zeugen vorbeikamen. Dann sollen sie geflüchtet sein. Das Tatopfer erlitt schwere Verletzungen insbesondere im Kopfbereich, die zu lebensbedrohlichen Hirnblutungen führten. Mindestens zwei Schläge haben den Mann, der aufgrund der Folgen des Vorfalls mutmaßlich immer noch traumatisiert ist, am Kopf getroffen.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass der Mann, der Opfer des Aggressionsaktes wurde, gar nicht der Garagenbesitzer war, sondern ein Mann aus der weiteren Nachbarschaft, der ihm sehr ähnlich sehen soll.

Die Polizei hat ermittelt und nach kurzer Zeit die mutmaßliche Personenverwechslung festgestellt. Eine Zeugin hatte sich das Kennzeichen des Fahrzeuges notiert, in dem vier mutmaßliche Täter geflüchtet waren. Darüber konnte der Fahrer ermittelt werden ...

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