Qualitätssicherung in der medizinischen Begutachtung

Interessenkonflikte sind der Feind der Objektivität eines Sachverständigen. Und nicht nur das, sie sind auch der Feind der hohen Reputation einer ganzen Wissenschaft.
Definiert ist ein solcher Konflikt durch das Spannungsfeld zwischen den primären Interessen von Ärzten und Wissenschaftlern, nämlich dem Wohlergehen der Patienten, bzw. einer Weiterentwicklung des medizinischen Wissens und den möglichen sekundären Interessen. Diese können materiell, sozial, beruflich oder intellektuell sein.

Rechtsanwalt Malte Oehlschläger, Fachanwalt für Medizinrecht

Mit Blick auf die Qualitätssicherung der medizinischen Begutachtung kann es jedoch nicht um die vollständige Beseitigung aller Interessenkonflikte gehen. Ein solches Ziel wäre weder realistisch noch sinnvoll, denn nicht alle Interessenkonflikte sind unvermeidbar und nicht alle sind per se schädlich. Beispielsweise ist medizinischer Fortschritt ohne Kooperation zwischen Wissenschaft und (Pharma-)Industrie schwerlich in dieser Form denkbar. Unpraktikabel wäre jedoch die Forderung, dass Mediziner nur isoliert für einen Bereich tätig sein sollen.

Es kann folglich nur um die Reduzierung der schädlichen Wirkung von Interessenkonflikten gehen. Ein nützliches Instrument wäre dabei die Offenlegung. Hierdurch würden gleich fünf positive Effekte erzielt:

  1. Die Feststellungen des Sachverständigen könnten im Lichte seiner Interessenkonflikte gesehen werden.
  2. Gerade die Abwesenheit von Interessenkonflikten könnte bekannt werden und Beachtung finden.
  3. Der Anreiz, (schädliche) Interessenkonflikte überhaupt erst entstehen zu lassen, könnte schwinden, da ja die Notwendigkeit von deren Benennung die eigene Unbefangenheit in Frage stellen würde.
  4. Die Transparenz trüge erheblich zu der Kredibilität des Gutachterwesens bei ...
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