Rezension Strafrecht: Vorsicht Rechtsanwalt

von Dr. Benjamin Krenberger

Wagner, Vorsicht Rechtsanwalt, 1. Auflage, C.H. Beck 2014


Von RA, FA für Sozialrecht und FA für Bau- und Architektenrecht Thomas Stumpf, Lehrbeauftragter FH Öffentliche Verwaltung Mayen (Rheinland-Pfalz), Pirmasens



Joachim Wagner ist promovierter Jurist und Journalist und leitete viele Jahre lang das Fernsehmagazin „Panorama“. Für sein neues Buch „Vorsicht Rechtsanwalt“ hat er im ganzen Bundesgebiet verstreut Fälle zum Ist-Zustand der Anwaltschaft recherchiert. Was er in seinem Buch zusammengetragen hat, ist teilweise erschreckend – jedenfalls soll es so wirken. Wagner berichtet von hartem Konkurrenzkampf, unlauteren Methoden, Anwälten mit Einkommen auf Hartz-IV-Niveau, Anwälten ohne Ethik, Moral und Anstand, unkollegialem Verhalten, schlechter Qualität anwaltlicher Dienstleistung und betrügerischen Methoden. Und natürlich von Anwälten, die Geld scheffeln ohne Ende, gleich auf welche Art. Wagner kann seine Fälle belegen. Und er lässt aufhorchen. Dabei schießt er in seiner Verallgemeinerung jedoch oft über das Ziel hinaus. So erlaubt seine oft nicht weiter differenzierte Beobachtung u.a. „den Schluss, dass ein relevanter Teil des Berufsstandes teilweise in einer ethischen Parallelwelt lebt, die im Widerspruch zu einigen Grundwerten unseres Rechtsstaats steht“. Dies wird gerade in Hinblick auf Strafverteidiger ausgesprochen, die in diesem Buch besonders schlecht wegkommen. Im Fokus seines Werkes steht der Werteverfall in der Anwaltschaft generell, sowie die schlechte Qualität der anwaltlichen Beratung. Die Hauptursache dafür ist schnell ausgemacht: all die Kandidaten, die mit einem „Ausreichend“ in den Anwaltsberuf strömen. Der kurze Schluss: wer ein schlechtes Examen hat, ist zwangsläufig auch ein schlechter Anwalt. Ausnahmen hierzu sind selten zu finden, so die Essenz des Autors. Oder mit dessen Worten: „Das Jurastudium ist ein Sammelbecken der Mittelmäßigen“ ...

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