“Konfliktverteidigung im Strafprozess” – Eine Kampfansage an die Verteidigung!

von Sascha Petzold

Rechtsanwalt Prof. Dr. Ulrich Sommer rezensiert im StV 2014, 443 das Buch “Konfliktverteidigung im Strafprozess” von Jürgen Heinrich.

Ich persönlich habe das Buch auf Anraten mehrerer Kollegen nicht gelesen, finde aber die Rezension von Herrn Sommer beachtenswert. Buchzitate sind aus der Rezension entnommen.

Heinrich will nicht ernsthaft die Ursachen konfliktgeladener Atmosphäre in Gerichtssälen erforschen und auch keinen rechtlichen Beitrag zu deren Lösung leisten. In der Einseitigkeit der Problemaufbereitung in Kombination mit der Banalität der argumentativen Darstellung verhilft es richterlichem Lamento von den Tischen der Gerichtskantine zu literarischen Weihen. Das Buch ist keine Auseinandersetzung mit Konfliktverteidigung, sondern eine Kampfansage an Verteidigung. Das Buch soll ein Vademecum gegen jegliche Störung darstellen, die Verteidigung notwendiger Weise mit sich bringt.

Prof. Dr. Ulrich Sommer

Aus der Welt des Richters Heinrich:

»Die komfortabelste Lösung für das Gericht wäre es, den konfliktbereiten Anwalt gegen einen anderen Verteidiger austauschen zu können« (S. 119).
»Kurz gesagt: Wer den Vorsitzenden ständig unterbricht, kennt die StPO nicht und ist aufgrund ungenügender Verteidigerleistung zu entlassen« (S. 121).
Zur Ablehnung eines Wortprotokolls: »so läuft das Gericht nicht Gefahr, auf den exakten Wortlaut fixiert zu sein« (S. 32).

Fazit von Sommer:

Das Buch sei aus wissenschaftlicher Sicht verzichtbar. Zu diffus sein die erörterten rechtlichen Grundlagen, allzu einseitig das gesammelte Material. Nach dem Notfallkoffer von Breidling in der Richterausbildung und den publizierten Ungezogenheiten des Vorsitzenden Richters Föhrig lasse das Buch von Heinrich allerdings sehr wohl eine allmähliche Veränderung der Kultur des Richtens im Strafprozess erkennen ...

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