Hauptsache viel Papier

von Thomas Will

In einer Haftsache habe ich einem rumänischen Mandanten an einem Wochenende bei der Haftbefehlsverkündung beigestanden und wurde als Pflichtverteidiger beigeordnet. Rund 4 Stunden durften wir uns aufgrund der unübertroffen schlechten Dolmetscherin um die Ohren hauen.

Die Familie des Mandanten beauftrage einige Tage später zwei Anwälte aus einer Kanzlei mit der Verteidigung meines Mandanten sowie des Mitbeschuldigten. In der Zwischenzeit war ich auch für den Mandanten weiter tätig.

Nun bekam ich vom Gericht ein Fax, dem ein Schreiben von einem der beiden Kollegen beigefügt war und der darin erklärte, dass das Mandat als Wahlmandat fortgeführt werden wird. Das bedeutet, dass die Beiordnung des Pflichtverteidigers zurückzunehmen ist. Das Gericht bat mich um Stellungnahme innerhalb von 2 Tagen. Seltsam war nur, dass das Schreiben des Kollegen überhaupt nicht meinen Mandanten, sondern den Mitangeklagten betraf ...

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