Der Personalberater als Whistleblower

von Gerfried Braune

Der Personalberater, der vor allem mit strikter Diskretion und Vertrauensgarantie warb, wurde von einer Fima damit beauftragt, für eine bestimmte Aufgabe eine geeignete Person zu finden. Der Personalberater leitete die Unterlagen einer Frau an die Firma weiter. Der Personalleiter der Firma teilte dem Personalberater daraufhin mit, dass der Geschäftsführer keine Frau auf dieser Position wünsche.

Es kam, wie es kommen musste: Der Vertrag zwischen dem Personalberater und der Firma wurde aufgrund von Differenzen aufgelöst. Nachdem er sein Honorar kassiert hatte, informierte er die Bewerberin darüber, dass der Geschäftsführer der Firma keine Frau einstellen wolle und riet ihr, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen. Diese führte daraufhin ein arbeitsgerichtliches Verfahren gegen die Firma wegen Verstoßes gegen das AGG. In diesem Verfahren schloss die Firma mit der Bewerberin einen Vergleich über eine Entschädigung in Höhe von 8.500,– €. Diesen Betrag plus die Anwaltskosten wollte die Firma dann vom Personalberater ersetzt haben.

Beim Landgericht unterlag die Firma. Eine Verschwiegenheit sei nicht ausdrücklich vereinbart worden. Eine nebenvertragliche Verschwiegenheitspflicht finde ihre Grenze in dem Grundsatz von Treu und Glauben. Ein Vertragspartner dürfe nicht darauf vertrauen, dass Verstöße gegen das AGG vertraulich behandelt würden, so das Landgericht. Außerdem trage die Firma ein überwiegendes Mitverschulden ...

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