Patienten im Abseits?


Auf diese ZDF-Sendung vom 02.07.2014 habe ich seit Jahren gewartet. Endlich einmal werden Ärzte nicht als die Buhmänner der Nation dargestellt. Die Sendung bringt vielmehr das wahre Dilemma und den Grund für die Vielzahl von Behandlungsfehlern und die zunehmend schlechter werdende Situation der Patienten auf den Punkt.

Martin Quirmbach, Rechtsanwalt und Seniorpartner

Schuld an der desolaten Situation in deutschen Kliniken ist die Politik. Dem ohnehin schon immer kränkelnde Gesundheitssystem wurde mit der Einführung der Fallpauschalen geradezu der Todesstoß versetzt. Seitdem steht nicht mehr die korrekte Behandlung nach den Regeln der ärztlichen Kunst im Vordergrund, sondern es zählt alleine das Kriterium Wirtschaftlichkeit. Kliniken erhalten für eine bestimmte Therapiemaßnahme, z.B. eine Operation, einen Betrag X, gleichgültig ob der Patient 5 Tage oder 5 Wochen in der Klinik verbleibt. Die Klinikverwaltungen geben diesen wirtschaftlichen Druck an die Ärzte weiter. Diese werden gezwungen, nur die ertragreichen Behandlungen durchzuführen, was z.B. zur Folge hat, dass viele Kliniken die so dringend notwendigen Palliativstationen wieder geschlossen haben, weil sie nicht lukrativ sind, weil diese Behandlung nicht gerecht entlohnt wird.

Die Patienten werden nach einer Operation oft schwerstkrank mit Entzündungen etc. nach Hause entlassen. Anfragen und Beschwerden von Patienten mit diesem Schicksal erreichen uns jeden Tag. Gestern schilderte eine junge Frau das Schicksal ihrer Mutter, die wegen einer an sich banalen Behandlung im Krankenhaus lag und dort einen schweren Dekubitus erlitten hat, der so gut wie inoperabel ist. Auf den Hinweis der Angehörigen, dass die Mutter deswegen dringend behandelt werden müsse, erhielt die Familie die Antwort: „Hier sind vor kurzem 35 Leute entlassen worden ...

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