Erst der Wesenstest macht den Kampfhund

Auch bei Hunden der in § 1 Abs. 2, Abs. 3 der baden-württembergischen Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über das Halten gefährlicher Hunde vom 3. August 2000 (PolVOgH) genannten Rassen kann eine verbindliche Einstufung als “Kampfhund” im Sinne des § 1 Abs. 1 der Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über das Halten gefährlicher Hunde regelmäßig nur aufgrund einer Prüfung nach § 1 Abs. 4 PolVOgH erfolgen. Entgegen der einschlägigen Verwaltungsvorschrift ist ein solcher Wesenstest nicht bereits dann entbehrlich, wenn ein Hund einen der in § 2 S. 2 PolVOgH genannten Tatbestände erfüllt hat und daher als “gefährlich” im Sinne des § 2 S. 1 PolVOgH einzustufen wäre. Maßstab des § 1 Abs. 4 PolVOgH ist nicht die Gefährlichkeit im Sinne des § 2 PolVOgH, sondern die gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit im Sinne des § 1 Abs. 1 PolVOgH.

Auch bei einem zu Recht als gesteigert aggressiv und gefährlich eingestuften Hund kann die (erneute) Durchführung eines Wesenstests angezeigt sein, wenn gewichtige Anhaltspunkte für eine Verhaltensänderung des Tieres vorliegen.

Nach § 1 Abs. 1 PolVOgH sind Kampfhunde im Sinne dieser Verordnung Hunde, bei denen aufgrund rassespezifischer Merkmale, durch Zucht oder im Einzelfall wegen ihrer Haltung oder Ausbildung von einer gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren auszugehen ist. Die Eigenschaft als Kampfhund wird bei Hunden der in § 1 Abs. 2 PolVOgH genannten Rassen bzw. deren Kreuzungen untereinander bzw. mit anderen Hunden vermutet, während sie bei sonstigen Hunden – d.h. sowohl bei Angehörigen bzw. Kreuzungen der in der in § 1 Abs. 3 PolVOgH genannten Rassen als auch bei anderen Hunden – nur dann angenommen werden kann, wenn konkrete Anhaltspunkte auf eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit hinweisen ...

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