Darf Facebook das? Rechtliche Aspekte der Manipulation der Newsfeeds für Wissenschafts- und Werbezwecke

von Thomas Schwenke

Facebook bietet seinen Nutzern nicht gerade üppige Optionen zur Einstellung des Newsfeed-Algorithmus und hält dessen genaue Funktionsweise geheim.

Facebook hat eine Welle der Empörung mit der Meldung ausgelöst, dass für eine wissenschaftliche Studie Newsstreams von ca. 700.000 Nutzern beeinflusst wurden. Eine Woche lang wurde so geprüft, wie sich eine Veränderung der Anzahl positiver oder negativer Posts im Newsfeed auf die Stimmung der Nutzer auswirkt.

Die Studie entspricht natürlich den Begehrlichkeiten der Werbebranche. Bisher werden Streuverluste bei der Werbung gemindert, indem die uns angezeigte Werbung unserem Verhalten und Vorlieben im Netz angepasst wird (sog. Online Behavioral Marketing). Aber stellen Sie sich vor, man könnte die Stimmung der Nutzer an die beworbenen Produkte und Leistungen anpassen.

Aber kann das rechtlich zulässig sein? Diese spannende Frage werde ich in diesem Beitrag beantworten.

Psychologische Beeinflussung in der Werbung

Es ist heutzutage üblich, dass Verbraucher psychologisch beeinflusst werden, um die Motivation zum Erwerb eines Produktes zu schaffen. D.h. statt mit “handfesten” Qualitätswerten, wie Verarbeitung oder Service zu werben, werden Produkte oft mit immaterielen Werten “aufgeladen”.

Denken Sie z.B. an Apple oder Starbucks, die den Kunden gerne ein Gefühl vermitteln. Auch Facebook ist ein solches Produkt, das den Nutzern mit jedem Like das Gefühl gibt, sozial akzeptiert zu sein.

Diese Art von Beeinflussung ist nicht per se verboten. Das liegt insbesondere daran, weil die Beeinflussung durch die Werbung selbst erfolgt und damit erkennbar und erwartbar ist. Im Fall von Newsstreams, erfolgt die Beeinflussung dagegen intransparent und individuell.

Es ist naheliegend einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht zu vermuten ...

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