Trotz Zufügung einer schweren Augenverletzung – Schüler muss Mitschüler kein Schmerzensgeld zahlen.

von Nino Herding

Weil ein 15-jähriger Schüler im Klassenzimmer einer Mittelschule von einem 14-jährigen Mitschüler mit einem ein Meter langen Lehrerlineal am rechten Auge verletzt worden war verklagte er diesen auf Zahlung von 50.000 Euro Schmerzensgeld.

Die 2. Zivilkammer des Landgerichts (LG) Ansbach hat – wie die Pressestelle des LG mitteilte – die Klage mit Urteil vom 18.06.2014 abgewiesen, weil der Kläger, dessen Sehvermögen bis heute beeinträchtigt und bei dem ein Dauerschädigung zu befürchten ist, nicht nachweisen konnte, dass sein beklagter Mitschüler ihm die Augenverletzung vorsätzlich zugefügt hat. Dieser könnte, so das Ergebnis der Beweisaufnahme, auch nur zum Spaß mit dem Lineal herumgefuchtelt und dabei nicht aufgepasst, also lediglich fahrlässig gehandelt haben.

Stellt sich die Frage, warum der verletzte Schüler im vorliegenden Fall gegen seinen Mitschüler keinen Anspruch auf Schadensersatz, auch keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat, obwohl sein Auge von diesem, wenn auch nicht vorsätzlich, aber jedenfalls fahrlässig verletzt worden ist.

Das liegt daran, dass Schüler gemäß § 2 Abs. 1 Nr ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK