Deutschland wird sein Regime zur Leihmutterschaft ändern müssen

von Maximilian Steinbeis

Über das fürchterliche Schicksal, das Kindern droht, die im Ausland von einer Leihmutter ausgetragen und dann von seinen “Eltern” nach Deutschland gebracht werden, habe ich vor einiger Zeit hier schon mal geschrieben. Noch mal zur Rekapitulation: Diese Kinder haben nach deutscher Rechtslage faktisch keine Eltern. Sie haben auch keinen Aufenthaltsstatus in Deutschland, geschweige denn die deutsche Staatsangehörigkeit.

Das dürfte sich jetzt ändern. Am Donnerstag hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in zwei französischen Fällen entschieden, dass man so mit dem Recht des Kindes auf eine gesicherte rechtliche Identität nicht umspringen kann. Ein Staat, der die Menschenrechte achtet, darf seinen Kampf gegen Leihmutterschaft und die damit verbundenen ethischen und menschenwürde-bezogenen Probleme nicht auf dem Rücken der Kinder austragen.

In den beiden vom EGMR entschiedenen Fällen hatten französische Paare, die selbst keine Kinder bekommen konnten, in den USA Hilfe gesucht. Dort ist in manchen Staaten Leihmutterschaft eine erlaubte und etablierte Sache: Eine mit dem Samen des Vaters befruchtete, gespendete Eizelle wird im Uterus einer Amerikanerin implantiert, die das Kind austrägt und dafür bezahlt wird. Die Kinder wurden von amerikanischen Gerichten als Kinder der französischen Paare anerkannt ...

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