Wann wird ein Angeklagter wegen eines nach dem Gesetz strafbaren Versuchs einer Straftat nicht bestraft?

von Bernd Rösch

Wegen einer Straftat, die im unbeendeten Versuchsstadium stecken geblieben, also nicht vollendet worden ist, wird nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Strafgesetzbuch (StGB) nicht bestraft, wer freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt oder deren Vollendung verhindert.

Die Frage, ob ein solcher strafbefreiender Rücktritt von einem unbeendeten Versuch einer Straftat vorliegt oder nicht ist oft schwer zu beurteilen und wird auch von Tatgerichten mitunter rechtsfehlerhaft entschieden. Deshalb ist bei solchen in Betracht kommenden Fallgestaltungen die Zuziehung eines sachkundigen Rechtsanwalts als Verteidigers anzuraten.

Freiwilligkeit liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) vor, wenn der Täter "Herr seiner Entschlüsse" geblieben ist und die Ausführung seines Verbrechensplans noch für möglich gehalten hat, er also

  • weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert
  • noch durch seelischen Druck unfähig geworden ist,


die Tat zu vollbringen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK