Nein, man erbt nicht einige Millionen von jemanden, den man kaum kannte!

von Bernhard Schmeilzl

Internet-Betrüger mit Masche der angeblichen Millionenerbschaft in UK werden immer geschickter

Da wir auf deutsch-britisches Recht spezialisiert sind, erhalten wir regelmäßig Anrufe deutscher Mandanten, die uns beauftragen möchten einen Erbschaftstransfer zu beschleunigen, weil da “seit Monaten nichts vorangeht”, obwohl der Mandant ja einen Anwalt in England habe und auch schon Gebühren nach UK überwiesen habe. Da bin ich dann schon stutzig. Wenn auf die Rückfrage, ob denn schon ein englischer Erbschein beantragt wurde die Antwort kommt, dass davon bislang nie die Rede war, dann ist alles klar. Der Mandant ist der üblichen Betrugsmasche aufgesessen. Die Story ist immer so: Ein entfernter Verwandter (Onkel, Cousin, etc.) sei verstorben und habe entweder ein Testament zugunsten des Mandanten hinterlassen oder ein Konto bzw. Depot sei zugunsten des Mandanten eingerichtet. Das Geld – meist gleich ein Millionenbetrag – liege bei einer Bank in UK und könne transferiert werden. Im aktuellen Betrugsfall ein angebliches “Investment Certificate” bei der Barclays Bank: gefälschtes_Investment_Certificate

Es müsse nur – leider, leider – zuvor ein “Geldwäschezertifikat” (Money Laundering Certificate) bezahlt werden. Manchmal auch ein “Affidavit of Proof”, ein “Anti-Terrorist-Certificate” oder ein “Change of Ownership Certificate”, siehe die in einem aktuellen Betrugsfall verwendeten Fantasierechnungen: Invoice_1 und Invoice_2.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Das ist alles völliger Humbug. Solche Certificates gibt es nicht. Dennoch gehen den Internet-Trickbetrügern immer wieder Deutsche auf dem Leim, weil manche dieser Kriminellen einen durchaus großen Aufwand betreiben.

Meist meldet sich ein angeblicher englischer Anwalt oder ein englischer Banker. Diese “weisen sich aus” mit in einem Bildbearbeitungsprogramm gefälschten Pässen (Beispiel_gefälschter_Pass) oder Bankmitarbeiterkarten (Beispiel_gefälschte_ID_Card_Bank) ...

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