LG Fulda: Ein Irrtum, der zur vorzeitigen Beendigung eines eBay-Angebots berechtigt, muss nachgewiesen werden

LG Fulda, Urteil vom 09.05.2014, Az. 1 S 19/14
§ 119 Abs. 1 Alt. 2 BGB, § 433 BGB

Das LG Fulda hat entschieden, dass ein für die berechtigte Beendigung eines eBay-Angebots verantwortlicher Irrtum nachgewiesen werden muss. Die bloße Behauptung eines Irrtums genüge nicht. Vorliegend habe der Verkäufer nicht ausreichend vorgetragen, dass eine von ihm getätigte falsche Angabe tatsächlich versehentlich erfolgt sei. Daher sei der Verkäufer dem zum Zeitpunkt des Abbruchs Höchstbietenden zum Schadensersatz verpflichtet. Zum Volltext der Entscheidung:


Landgericht Fulda

Urteil

Auf die Berufung des Klägers wird das Urteil des Amtsgerichts Bad Hersfeld vom 10.1.2014, Az. 10 C 858/13 (50) wie folgt abgeändert:

1.
Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 5.000,- EUR zuzüglich Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 8.11.2012 zu zahlen.

2.
Die Kosten des Rechtsstreits 1. Instanz und 2. Instanz hat der Beklagte zu tragen.

3.
Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

4.
Die Revision wird nicht zugelassen.

Tatbestand

Der Kläger verlangt nach Abbruch einer Versteigerung eines PKW bei Ebay durch den Beklagten Schadensersatz statt der Leistung.

Der Beklagte stellte auf der Internetplattform Ebay einen Audi A4 Avant zum Verkauf im Rahmen einer Versteigerung ein. Hierbei gab er in der Artikelbeschreibung an, dass Fahrzeug sei aus „2. Hand”. Der Startpreis betrug 1,- €, ein Mindestgebot war nicht festgelegt. Während des Laufs der Auktion verkaufte er das Fahrzeug jedoch an einen KFZ-Händler und brach die Auktion ab. Die Parteien streiten darüber, ob der Beklagte zum Abbruch der Auktion, insbesondere in Folge eines Irrtums über die Anzahl der Vorbesitzer, berechtigt war ...

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