Kleine Pilotin scheitert erneut vor Gericht

von Thorsten Blaufelder

Die von der Lufthansa für Piloten und Pilotinnen verlangte Mindestgröße von 165 Zentimetern hält das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln für diskriminierend. Eine Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld einer abgelehnten Bewerberin für eine Pilotenausbildung wies das Gericht am Mittwoch, 25.06.2014, jedoch aus formalen Gründen ab (AZ: 5 Sa 75/14).

Die Frau hatte sich bei der Lufthansa für eine Pilotinnenausbildung beworben. Die Lufthansa AG führte das Bewerbungsverfahren durch, die Lufthansa Flight Training GmbH war für den Schulungsvertrag mit den erfolgreichen Bewerbern zuständig.

Doch die Bewerbung für die Pilotinnenausbildung war erfolglos. Die Frau verfüge nur über eine Körpergröße von 161,5 Zentimetern. Die im Tarifvertrag enthaltenen Auswahlrichtlinien würden jedoch für Pilotinnen und Piloten eine Mindestgröße von 165 Zentimetern vorsehen, so das Unternehmen. Nur mit dieser Mindestgröße könnten Flugzeuge sicher gesteuert werden.

Die Stellenbewerberin sah darin eine indirekte Diskriminierung wegen ihres Geschlechts und forderte eine Entschädigung. Frauen seien durchschnittlich kleiner als Männer. Mehr als 40 Prozent der Frauen aber nur 2,8 Prozent der Männer seien kleiner als 165 Zentimeter.

Schon in erster Instanz hatte das Arbeitsgericht Köln in der Mindestgröße eine mittelbare Diskriminierung gesehen (AZ: 15 Ca 3879, Urteil vom 29.11.2013) ...

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