Vertragsarztzulassung: Abweichung von Verkehrswert und Praxiskaufpreis als Indiz für ein selbstständiges Wirtschaftsgut

Wird eine Zahlung zur Erlangung einer Vertragsarztzulassung geleistet, ohne die Praxis zu übernehmen, weil der Vertragsarztsitz an einen anderen Ort verlegt werden soll, dann kann die Zulassung zum Gegenstand eines gesonderten Veräußerungsvorgangs gemacht und damit zu einem selbstständigen immateriellen Wirtschaftsgut konkretisiert werden (FG Nürnberg 12.12.13, 6 K 1496/12). Der BFH muss nun entscheiden unter welchen Voraussetzungen bei einer erheblichen Abweichung von Verkehrswert und Praxiskaufpreis der wirtschaftliche Vorteil aus der Vertragsarztzulassung zu einem selbstständigen Wirtschaftsgut konkretisiert wird ( BFH VIII R 7/14 ).

Streitig war, ob beim Kauf einer radiologisch-nuklearmedizinischen Praxis lediglich der wirtschaftliche Vorteil aus der Vertragsarztzulassung oder die gesamte Praxis erworben wurde. Denn es wurden weder die Praxisräume noch die Praxiseinrichtung übernommen, sondern nur ein Teil des Personals und das Patientenarchiv. Der Kaufvertrag stand ferner unter der auflösenden Bedingung, dass der Vertragsarztsitz wirksam übertragen wird.

Das FG Nürnberg geht in diesem Fall davon aus, dass der Regelfall hier nicht vorliegt, wonach beim Erwerb einer Vertragsarztpraxis neben dem erworbenen Praxiswert kein weiteres selbstständiges immaterielles Wirtschaftsgut in Form des „mit einer Vertragsarztzulassung verbundenen wirtschaftlichen Vorteils“ vorhanden ist ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK