Norddeutsches „Brauchtum“ vor dem Aus?

von Andreas Biesterfeld Kuhn

Markenrecht soll Lübecker Karnevalsparty verhindern

Der Düsseldorfer „Böse Buben Ball“ zählt alljährlich zu den Höhepunkten der dortigen Karnevalssession. Ausgerichtet wird er vom Prinzenclub der Landeshauptstadt Düsseldorf e.V., einer ehrwürdigen und elitären Institution, die ausschließlich ehemaligen Karnevalsprinzen und ausgesuchten Ehrenmitgliedern offen steht.

Böser Buben Ball ist nicht einzigartig?

Mit Erschrecken mussten die Ex-Prinzen aus der Altbier-Metropole nun feststellen, dass ihr „Böse Buben Ball“ überhaupt nicht so einzigartig ist wie sie bislang immer angenommen hatten. Denn im fernen Lübeck – aus Düsseldorfer Sicht einem karnevalistischen Niemandsland – wird Jahr für Jahr zur Karnevalszeit eine Veranstaltung mit absolut identischem Namen abgehalten. Wie die Lübecker Nachrichten http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Duesseldorfer-Narren-bekaempfen-Luebecks-Boeser-Buben-Ball und die Rheinische Post http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/karnevalisten-drohen-luebecker-narren-aid-1.4279714 übereinstimmend berichten, wollen die Narren aus Düsseldorf nun alles daran setzen, dass die Lübecker Veranstaltung ab dem kommenden Jahr nicht mehr unter dem bisherigen Namen stattfindet. Helfen soll ihnen dabei die Wortmarke „Böser Buben Ball“, die sich der Prinzenclub der Landeshauptstadt Düsseldorf e.V. im Jahr 1995 für die Dienstleistungsklasse 41 (Unterhaltung) als Wortmarke im Register der DPMA hat schützen lassen. Eigentlich eine klare Sache, möchte man meinen…

Prioritätsältere geschäftliche Bezeichnung schlägt prioritätsjüngere Marke

ABER: Die Lübecker behaupten, dass ihre „Tradition“ nachweisbar viel weiter zurückreicht als die des Düsseldorfer Prinzenclubs, der sich erst im Jahr 1958 gegründet hat ...

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