Zu (universitärer) Autonomie in Zeiten marktförmiger Wissenschaft

Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik inszeniert sich mittlerweile als traditionsreich. Seit dreiundzwanzig Jahren, weiß Rudolf Steinberg, ehemaliger Präsident der Universität Frankfurt und Redner an diesem Tage, ist die Veranstaltung in der Welt und nennt als maßgeblichen Geburtshelfer: sich selbst. Vanité oblige. Dabei vergisst er zu erwähnen, dass die Frankfurter Tage der Rechtspolitik nach und nach auf einen halben Arbeitstag zusammengeschrumpft sind und in der Vergangenheit nicht selten einen so trüben Eindruck machten, dass man dazu überging, über Prüfungsandrohung Druck auf Studierende auszuüben, die mittlerweile die Reihen füllen, was heißt: Komparsenrollen einnehmen. Es reden und diskutieren andere.

Der Tag der Rechtspolitik hat dieses Jahr ein besonders selbstreferenzielles Thema. Anlässlich der 100 Jahre Feierlichkeiten der Uni Frankfurt wird die Situation des Fachbereichs Rechtswissenschaft höchst selbst verhandelt. Dafür ließ man „den schärfsten Kritiker des Fachbereichs“ (Hermes), Prof. Andreas Fischer-Lescano, aus Bremen anreisen, der – wie die meisten Kritiker der Elche – früher selbst an der Juristischen Fakultät in Frankfurt zuhause war. Die nötige Spannung sollte dadurch provoziert werden, dass auf der Gegenseite der ehemalige Präsident und Initiator der Stiftungsuniversität Prof. Rudolf Steinberg und der kritisierte Kopf des Institute for Law and Finance (ILF) Prof. Theodor Baums plaziert wurden. Arena frei.

Eröffnet wird so ein Tag der Rechtspolitik zweimal. Proporz bei Kooperationen heißt: wo jemand von der Universität spricht, darf jemand vom Land nicht fehlen. Der Mann vom Lande, in diesem Fall Staatssekretär Thomas Metz, erzählte dem Fachbereich seine eigene Geschichte sauber vom Blatt und setze ansonsten, naturgemäß, keine Akzente ...

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