Sportverband und Sportlermanager als Konkurrenten?

von Dr. Markus Wekwerth

Sportverbände sind aufgrund des herrschenden Ein-Platz-Prinzips prädestiniert für willkürliche Verhaltensweisen. Solche finden sich regelmäßig auch in Athletenvereinbarungen und bringen u.U. erhebliche rechtliche und tatsächliche Behinderungen des Athleten und seiner Berater mit sich, insbesondere solcher Berater, die von der Vermarktung des Sportlers und dessen Persönlichkeit leben. Es stellt sich dabei regelmäßig die Frage, wie ein Gleichgewicht zwischen dem Sportler und seiner Berater einerseits und dem Verband andererseits hergestellt werden kann, ohne den Athleten disziplinarischen Maßnahmen seines Verbands auszusetzen, an dessen Tropf er letztlich hängt.

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Eine abschließende Aufzählung aller denkbaren und in der Praxis praktizierten Beschränkungen ist hier nicht möglich und auch nicht gewollt. Als Beispiele sollen die pauschale Übertragung sämtlicher Vermarktungs- und Persönlichkeitsrechte an den Verband, die Verpflichtung des Athleten, Sponsorenverträge nicht selbst, sondern ausschließlich unter Einbeziehung des Verbands abzuschließen oder die monetäre Beteiligung des Verbands an allen Vermarktungsaktivitäten des Ahtleten dienen.

Das Ein-Platz-Prinzip im Verbandswesen

Den Verbänden gelingt die Vereinbarung solcher Bedingungen mit ihren Kaderathleten vor allem aufgrund einer Besonderheit im Verbandswesen: dem Ein-Platz-Prinzip. Hiernach darf es ausgehend vom internationalen Dachverband pro regionaler Einheit nur einen Regionalverband geben. Dies hat zur Folge, dass jeder Sportler, der seinen Sport professionell ausüben will, gezwungen ist, sich (s)einem Regionalverband anzuschließen und dessen Bedingungen zu akzeptieren. Diese finden sich in der Athleten- oder Lizenvereinbarung bzw. dem über diese einbezogenen Regelement des Verbands wieder. Wer z.B ...

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