Mit dem Moped zur Arbeit

von Dr. Johannes Kalb

Wenn dem Deutschen das Auto das liebste Kind ist, so ist die Entfernungs– (Pendler-) pauschale das zweitliebste Kind im Steuerrecht. Denn nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG können Aufwendungen des Arbeitnehmers für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abgezogen werden. Meine Vermutung ist, dass alle Beteiligten in einem Steuerverfahren für die Bestimmung der Wegstrecke google maps bemühen. Denn für die Entfernungspauschale ist regelmäßig die kürzeste Straßenverbindung maßgeblich.

Der Kläger in dem Verfahren vor dem Bundesfinanzhof, Urteil vom 24.9.2013, VI R 20/13, fuhr jeden Tag mit dem Moped zur Arbeit. Die kürzeste Straßenverbindung von 9 km führte durch einen mautpflichtigen Tunnel. Dessen Strecke ist eine Kraftfahrstraße, und darf daher nur von Fahrzeugen mit Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h befahren werden. Das Moped erreichte diese Geschwindigkeit nicht. Daher fuhr der Kläger jeden Tag einen Umweg von 27 km zu seiner Arbeitsstätte. Streitig war nun, ob Aufwendungen für 9 km oder 27 km als Werbungskosten abzuziehen sind.

Nach dem Bundesfinanzhof ist auf die kürzeste Straßenverbindung von 9 km abzustellen ...

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