Wenn beim Kniegelenk eines Patienten nach Punktion und Injektion eine Infektion auftritt – Arzthaftung?

von Nino Herding

Der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm hat mit Urteil vom 11.04.2014 – 26 U 166/13 – die Klage eines Patienten auf Schadensersatz gegen die sein Kniegelenk mit einer Punktion und Injektion erstbehandelnde Allgemeinmedizinerin abgewiesen, weil nicht festgestellt werden konnte, dass die nachfolgend aufgetretene Infektion auf die Behandlung zurückzuführen war.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte der 66 Jahre alte Kläger im Mai 2008 die beklagte Allgemeinmedizinerin aufgesucht, um sein nach einem Sturz schmerzhaftes und in der Bewegung eingeschränktes Kniegelenk behandeln zu lassen.
Die Beklagte punktierte den Schleimbeutel, entnahm seröse Flüssigkeit und injizierte zwei Medikamente.
Drei Tage später stellte ein Orthopäde eine Entzündung im Bereich des Kniegelenks fest, einige Wochen später wurde ein Befall mit Citrobacter-Bakterien diagnostiziert. Der Kläger musste in der Folgezeit mehrfach operativ behandelt werden.
Von der Beklagten verlangte er 10.000 Euro Schmerzensgeld mit der Begründung, sie habe ihn fehlerhaft, u. a. ohne die gebotene Hygiene, und ohne hinreichende Aufklärung behandelt.

Das Klagebegehren ist erfolglos geblieben.

Nach dem Einholen eines medizinischen Sachverständigengutachtens konnte der 26 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK