Chefarztvertrag - Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten

von Philip Christmann

Das Bild des Chefarztes hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandet vom "Unternehmer im Unternehmen" hin zu einem mehr und mehr organisatorischen Zwängen und Vorgaben unterworfenen Angestellten höherer Art. Der angehende Chefarzt ist daher gut beraten, seine rechtliche Position als besonderer Angestellter mit Liquidationsrecht und weitgehenden Leistungsbefugnissen und Kompetenzen soweit als möglich gegen die Klinik zu behaupten. Der Chefarzt weiss allerdings in der Regel nicht, was marktüblich vereinbart wird und er wird ohne weiteres auch gar nicht überschauen können, was die ihm vorgelegten Vertragsunterlagen im Einzelnen für ihn bedeuten. Da er aber einen von der Klinik vorformulierten Vertrag vorgelegt bekommt, muss er folgende Punkte genau beachten:

1. Arbeitsumfang

Wie viele Rufbereitschaften muss der Chefarzt zum Beispiel übernehmen? Wann bekommt er diese gesondert vergütet? Muss er lehrend tätig sein? Kann er weiter forschen oder muss er dies sogar? Welche Kernarbeitszeit wird vereinbart? Wie genau sind die Aufgaben des Arztes beschrieben? Werden Überstunden erfasst und vergütet?

2. Veränderungen in der Klinik

Wie entwickelt sich die Klinik und welchen Einfluss kann der Chefarzt auf Veränderungen nehmen, die von der Klinikleitung beschlossen werden? Was kann er tun, wenn die Klinik seine Abteilung verkleinert? Welche Mitspracherecht besitzt er? Wenn diese Veränderungen zu Einnahmenseinbußen führen - wie bekommt er dies entschädigt?

3. Personalhoheit

Inwiefern kann der Chefarzt bestimmen oder mitbestimmen, mit wem er zusammen arbeitet? Inwiefern kann der die Abteilung nach seinen Vorstellungen formen?

4. Privatliquidation

Neben einem Festgehalt erhält ein Chefarzt ein Liquidationsrecht ...

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