Erpressung oder nicht? Eine Cola für 655 Euro und 7 Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung

von Rainer Pohlen

Reeperbahn, Foto: dannyone

Der Gast habe sich doch amüsiert und “eine Dame im Arm” gehabt, ließ sich eine 50-jährige Kellnerin von der Reeperbahn laut Hamburger Abendblatt vor Gericht ein und wies den Vorwurf der räuberischen Erpressung empört zurück. Das mutmaßliche Tatopfer, ein seinerzeit 21-Jähriger aus Niedersachsen, sah das ziemlich anders.

Er sei das erste Mal in seinem Leben auf der Reeperbahn gewesen, bekundete der junge Mann, und da sei er halt von einem Portier am Eingang eines Etablissements, in dem man leicht bekleideten Damen beim Tanzen zuschauen kann, angesprochen worden. Ein Getränk koste nur 5 Euro, hätte der Mann ihm gesagt, mehr müsse man nicht bezahlen. Da sei er halt reingegangen und hätte sich eine Cola bestellt und sofort 5 Euro dafür bezahlt. Zwei Damen hätten sich zu ihm gesellt und gefragt, ob sie etwas bestellen dürften. “Mich hat das nicht interessier. Das war ja nicht mein Geld. Dachte ich jedenfalls.”, wird der insoweit vielleicht etwas naive Viktor M. zitiert.

Fünf Mixgetränke sollen die beiden Damen bestellt haben, und als der gute Viktor das Lokal verlassen wollte, wurde ihm von der angeklagten Kellnerin hierfür eine Rechnung von 650 Euro präsentiert. Als er sich weigerte zu zahlen, soll die Frau ihm gesagt haben, sie könne auch die Polizei holen oder das auch “ganz anders regeln”. Vor Viktors geistigem Auge erschienen in dem Moment Schlägertypen mit Baseballschlägern, und das machte ihm gehörig Angst. Also zahlte er, verließ das Lokal und begab sich schnurstracks zur Polizei, wo er Anzeige erstattete ...

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  • 655 Euro für eine Cola: Kellnerin einer Tabledance-Bar verurteilt

    abendblatt.de - 255 Leser - Neustadt. Eine knappe halbe Stunde hat er sich gut amüsiert. Klönen und lachen in Gesellschaft zweier Damen und dabei gemütlich seine Cola trinken, diesen Spaß wollte er sich gern leisten. Und die 5 Euro für sein Getränk erschienen ihm auch nicht allzu teuer. Aber mit der Rechnung kam der Schock. 650 Euro – sollte das ein Witz sein? Dass sie es ...

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