Mietwohnung: Kratzspuren durch Hund auf Parkett = vertragsgemäßer Gebrauch

von Martina Schlosser

Das Amtsgericht Koblenz hat entschieden, dass sich im Rahmen einer vom Vermieter genehmigten Haltung eines Hundes dessen artbedingtes Laufverhalten auf dem Parkettfußboden der Mietwohnung als vertraglich vereinbarter Mietgebrauch darstellt, so dass der Vermieter ein Auftreten von krallenbedingten Kratzspuren ersatzlos hinzunehmen hat. Eine abweichende mietvertragliche Formularbestimmung, wonach der Mieter für alle durch eine Tierhaltung entstandenen Schäden haftet, ist aufgrund des über die Tierhaltungserlaubnis vereinbarten Gebrauchsrechts des Mieters nach Auffassung des Amtsgerichts Koblenz unwirksam.

In dem entschiedenen Fall bewohnte der Mieter ein vom beklagten Vermieter angemietetes Drei-Zimmer-Loft, dessen Wohnbereich mit Parkett ausgelegt ist. Dem Mietverhältnis lag ein formularmäßiger Mietvertrag vom 18.05.2011 zu Grunde, nach dessen § 13 die Haltung von Tieren mit Ausnahme von Kleintieren der schriftlichen Einwilligung des Vermieters bedarf. Nach § 13 S. 5 des Mietvertrages haftet der Mieter für alle durch die Tierhaltung entstandenen Schäden. § 27 des Mietvertrages enthält folgende Individualvereinbarung: „Die Tierhaltung wird für den, uns bekannten, Hund (Labrador) gestattet.“ Während der Mietzeit kam es durch den vom Kläger gehaltenen Labrador zu Beeinträchtigungen der Oberflächenversiegelung des Parketts. Davon war die gesamte Parkettfläche mit Ausnahme derjenigen Stellen betroffen, wo Möbel aufgestellt waren. Es handelt sich um Kratzer, die auf die Einwirkung der Krallen des Hundes zurückzuführen sind. Ursächlich hierfür waren die täglichen Bewegungen des Tieres über den gesamten Mietzeitraum ...

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