kicktipp – 1:0 für den Datenschutz?

Wahrscheinlich gibt es kaum ein Unternehmen in Deutschland, in dem nicht mindestens ein Fußball-Fan arbeitet. Dieser Mitarbeiter entwickelt vor jeder Welt- oder Europameisterschaft große Aktivitäten, um möglichst viele Kollegen zu überreden, bei einem Online-Tippspiel mitzumachen. Schließlich fällt die Prämie für den Gewinner umso höher aus, je mehr sich beteiligen. An den Schutz der personenbezogenen Daten seiner Kollegen wird er dabei als Letztes denken: Zum Glück übernimmt das der Anbieter kicktipp.

Reines Privatvergnügen

Wahrscheinlich gibt es in diesem Monat auch kaum ein Unternehmen in Deutschland, in dem nicht auf die Ergebnisse der WM-Spiele in Brasilien getippt wird. In den meisten Fällen schließen sich die interessierten Mitarbeiter zusammen und nutzen die kostenlose Variante von kicktipp. Ein Kollege übernimmt als Administrator die Organisation.

Diese Tipp-Runden sind eine rein private Veranstaltung, sodass z.B. alle E-Mails zu den Tipps ebenso privater Natur sind. Wenn der Arbeitgeber die private Nutzung der dienstlichen E-Mail-Accounts verboten hat, dürfen solche E-Mails nur über die privaten Accounts (gmx, t-online, etc.) ausgetauscht werden. Ist die Privatnutzung des Internets generell verboten, darf das Kickspiel eigentlich nur nach Feierabend betrieben werden.

Und es gibt noch eine rechtliche Hürde, die von eifrigen Fans leicht übersehen wird: Wenn die Compliance-Richtlinien des Unternehmens die Annahme von Geschenken verbietet, dürfte die Gewinnprämie eigentlich nicht ausgezahlt werden – in dieser Hinsicht gilt das Tippspiel unter Kollegen nämlich gerade nicht als Privatvergnügen ...

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