Fünf Gemeinplätze zu rechtswissenschaftlichen Blogs, und was von ihnen zu halten ist

von Maximilian Steinbeis

In einigen Wochen wird dieser Blog fünf Jahre alt. Der Geburtstag ist zwar erst am 30. Juli, und sich selbst zu gratulieren, bevor der Tag überhaupt da ist, bringt bekanntlich doppelt Unglück. Deshalb will ich mich damit gar nicht aufhalten, sondern lieber aufschreiben, was mir anlässlich einer kleinen Tagung in Paris durch den Kopf geht, an der ich am Montag teilnehmen durfte. Sie fand an der Ecole Normale Supérieure statt und versammelte ein gutes Dutzend französischer Juristinnen und Juristen teils mit aktivem, teils mit beobachtendem Interesse am Tagungsthema, nämlich: “Les blogs juridiques“.Gibt es die überhaupt? Die gibt es in der Tat, wenngleich nach meinem Eindruck von ihnen hierzulande kaum oder gar nicht Notiz genommen wird (woran wir im Zuge unseres Projekts, ein europäisches Verfassungsblog-Netzwerk zu knüpfen, etwas ändern möchten – dazu mehr in einem Interview mit dem französischen Menschenrechts-Blogger Serge Slama, das wir in den nächsten Tagen hier veröffentlichen werden). Für mich lag der Nutzen der Tagung aber nicht nur in der Möglichkeit, Ansprech- und potenzielle Kooperationspartner für unser Projekt zu finden, sondern darin, die Gemeinplätze, denen ich in fünf Jahren Verfassungsblog wieder und wieder begegnet bin, in der französischen Debatte über rechtswissenschaftliche Blogs gespiegelt zu sehen.

1. Blogs sind ephemer, nur Gedrucktes bleibt

Ich war überrascht, wie viel Raum dieser Punkt in der Debatte in Paris eingenommen hat: Blogs, so scheint es, gelten für viele immer noch als flüchtiges, kurzlebiges Medium, dessen Inhalte nach spätestens ein paar Tagen sterben und sich auf dem Meeresgrund des Internet in totes Datensediment verwandeln.

Da ist insofern etwas dran, als die Veröffentlichungslogik des Blogformats dieses Bild zu unterstützen scheint: Obenauf schwimmt, was neu ist ...

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