Die Verkürzung der Restschuldbefreiungsphase – ein vier Stufen-Modell

von Nadine Degiorgis

Rechtsanwältin Nadine Degiorgis

Stellen Schuldner einen Eigenantrag und verbinden diesen gleichzeitig mit einem Antrag auf Restschuldbefreiung, ist – sofern beide Anträge form- und fristgerecht gestellt werden – damit bei Eröffnung des Verfahrens die Dauer und das angestrebte Ziel grundsätzlich festgelegt. Nach Ablauf von sechs Jahren wird dem Schuldner nach den Voraussetzungen der §287ff InsO bei Einhaltung der Pflichten die Restschuldbefreiung erteilt, mit dem Ergebnis, dass die vor dem Stichtag der Insolvenzeröffnung begründeten Verbindlichkeiten grundsätzlich nicht mehr von ihm eingefordert werden können. Einzige Ausnahme sind Forderungen, die aus unerlaubter Handlung angemeldet werden.

Allerdings ist der Zeitraum von sechs Jahren die maximale Dauer. Bereits vor den Änderungen der gesetzlichen Regelungen für Verbraucher- und Regelinsolvenzverfahren bestanden zwei Möglichkeiten, die vorgesehenen sechs Jahre zu verkürzen (Nr. 1 und Nr. 2). Für Verfahren, die ab dem 01.07.2014 beantragt werden sind zwei weitere Möglichkeiten hinzugekommen (Nr.3 und Nr.4). Insgesamt ergeben sich damit vier mögliche Stufen:

1) Wurden keine Forderungen innerhalb des Hauptverfahrens angemeldet und begleicht der Schuldner Verfahrenskosten, kann die Restschuldbefreiung vorzeitig auf Antrag des Schuldners erteilt werden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK