Die Ruhefrist und die Einebnung eines Grabes

Die Aschenreste eines Verstorbenen in einer Urne genießen den gleichen Anspruch auf pietätsvolle Behandlung und Wahrung der Totenruhe wie erdbestattete Leichen. Die in § 6 Abs. 2 Friedhofs- und Bestattungsgesetz vorgesehene Ruhefrist von 15 Jahren darf keinesfalls unterschritten werden. Es ist rechtswidrig, wenn nach einer Friedhofsordnung durch die Beisetzung von Urnen in ein belegtes Grab die Ruhefrist nicht verlängert wird.

So hat das Verwaltungsgericht Gießen in dem hier vorliegenden Fall einer Antragstellerin entschieden, die mit ihrem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung die Einebnung eines Grabes verhindern wollte und die Verlängerung der Ruhefrist begehrt hat. 1988 war der Vater der Antragstellerin in einem Einzelreihengrab (Nutzungsrecht 25 Jahre) auf dem (neuen) Friedhof der Gemeinde Schöffengrund im Ortsteil Oberwetz beigesetzt worden. 2008 wurde die Urne mit der Asche des verstorbenen Bruders in das Reihengrab eingelegt.

Nachdem die Antragstellerin erfahren hatte, dass die Einebnung des Grabes für das Frühjahr 2014 geplant sei, wandte sie sich an die Gemeinde und beantragte die Verlängerung des Nutzungsrechts an der Grabstätte ...

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