Berufungsgericht verkennt die Grundsätze des Anscheinsbeweises

Der Beweis des ersten Anscheins greift bei typischen Geschehensabläufen ein, also in Fällen, in denen ein bestimmter Tatbestand nach der Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache für den Eintritt eines bestimmten Erfolges hinweist. Der Schaden muss nicht "in Ausführung der Tätigkeit" entstanden sein. Der Sachverhalt

Ein Handwerksunternehmen baute im Wohnzimmer des Versicherungsnehmers eine Unterkonstruktion für einen Parkettfußboden und Trockenestrichelemente ein und verließ anschließend die Baustelle. Zwei Tage später verlegte er das Parkett.

Weitere zwei Tage später stellte der Versicherungsnehmer Feuchtigkeit an den Wänden des Wohnzimmers fest. Die Ursache lag in einem in den Trockenestrich geschlagener Stahlnagel, der darunter eine wasserführende Heizungsleitung beschädigt hatte. Die Versicherung regulierte den Schaden in Höhe der Klageforderung. Die klagende Versichererung nimmt den Beklagten auf Schadensersatz aus einem Werkvertrag zwischen diesem und seinem Versicherungsnehmer auf Grund eines Wasserschadens aus übergegangenem Recht in Anspruch.

Das Amtsgericht gab der Klage statt. Das Landgericht wies die Klage ab. Die Revision der Klägerin führte zur Aufhebung des Berufungsurteils und zur Zurückverweisung der Sache an das Berufungsgericht.

Das Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. VII ZR 254/13)

Nach Urteil des BGH, hat das Berufungsgericht die Grundsätze des Anscheinsbeweises verkannt.

Nach ständiger Rechtsprechung greift der Beweis des ersten Anscheins bei typischen Geschehensabläufen ein, also in Fällen, in denen ein bestimmter Tatbestand nach der Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache für den Eintritt eines bestimmten Erfolges hinweist (BGH, Urteile vom 29. Januar 1974 - VI ZR 53/71, VersR 1974, 750; vom 9. November 1977 - IV ZR 160/76, VersR 1978, 74, 75; vom 28. Februar 1980 - VII ZR 104/79, VersR 1980, 532; vom 18 ...

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