Zur Haftung des Arztes bei Kniegelenksinfektion nach Punktion und Injektionen

von Philip Christmann

Der Fall:

Ein Patient war gestürzt. Der Schleimbeutel seines Knies hatte sich entzündet und schmerzte. Er suchte im Mai 2008 die beklagte Allgemeinmedizinerin auf, um sein in der Bewegung eingeschränktes Kniegelenk behandeln zu lassen. Die Beklagte punktierte den Schleimbeutel, entnahm seröse Flüssigkeit und injizierte zwei Medikamente. Drei Tage später stellte ein Orthopäde eine Entzündung im Bereich des Kniegelenks fest, einige Wochen später wurde ein Befall mit Citrobacter-Bakterien diagnostiziert. Der Kläger musste in der Folgezeit mehrfach operativ behandelt werden.

Von der Beklagten hat er 10.000 Euro Schmerzensgeld mit der Begründung verlangt, sie habe ihn fehlerhaft, u.a. ohne die gebotene Hygiene, und ohne hinreichende Aufklärung behandelt.
Das LG Detmold hatte die Klage abgewiesen. Dagegen legte der Patient Berufung ein.

Die Entscheidung:

Die Berufung ist nicht begründet.

Im Ergebnis zu Recht hat das Landgericht Ansprüche des Klägers gemäß §§ 280 Abs. 1, 823 BGB verneint.

Es kann letztlich dahingestellt bleiben, ob die Beklagte einen Behandlungsfehler bei der Durchführung der Punktion gemacht hat, wofür der Sachverständige aber keinerlei Anhaltspunkte hatte, oder ob zumindest eine fehlerhafte Aufklärung wegen des unterlassenen Hinweises auf eine mögliche konservative Behandlung vorlag, weil nach den Ausführungen des Sachverständigen nicht in ausreichender Weise festgestellt werden kann, dass die aufgetretene Infektion auf die durchgeführte Punktion zurückzuführen ist. Er hat nämlich angegeben, dass es aufgrund des Umstandes, dass sich die Notwendigkeit zur stationären Einweisung erst sieben Tage nach der durchgeführten Punktion ergab, rein spekulativen Charakter hat, die entstandene Entzündung darauf zurückzuführen ...

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