Kaum zu glauben: Die Plädoyers im Stalkingverfahren um eine Kriminalhauptkommissarin sind gehalten, jetzt warten wir auf das Urteil

von Rainer Pohlen

Was lange währt, muss noch lange nicht gut enden, aber immerhin ist nach 41 Verhandlungstagen im Berufungsverfahren wegen angeblichen Stalkings und anderer Delikte zum (ebenfalls angeblichen) Nachteil einer Kriminalhauptkommissarin ein Ende in Sicht.

Gestern wurde noch einmal in die Beweisaufnahme eingetreten, das Gericht hat ein paar rechtliche Hinweise erteilt und dann wurden die Plädoyers der Beteiligten unter Bezugnahme auf die bereits erfolgten Darlegungen wiederholt. Als Verteidiger habe ich sodann noch einmal Stellung zu den Ausführungen der Staatsanwaltschaft bezogen und unter anderem darauf hingewiesen, dass die Strafverfolgungsbehörde sich nicht die Mühe gemacht, die zahlreichen und aus meiner Sicht offenkundigen Unwahrheiten in der Aussage der Hauptbelastungszeugin auch nur ansatzweise zu beleuchten. Was nicht sein darf, ist auch nicht, könnte man meinen, eine Kripobeamtin lügt nun mal nicht, und wenn doch, dann muss man das ja nicht laut sagen.

Am Nachmittag hat noch der Kollege Oliver Wintz als Mitverteidiger ergänzend Stellung bezogen, dann hat der Angeklagte die Gelegenheit zum letzten Wort genutzt und dabei einige kritische Wort an das Gericht gerichtet.

Am 26. Juni soll jetzt endlich eine Entscheidung verkündet werden, in beiden Instanzen zusammengerechnet wären dann 61 Verhandlungstage vorüber.

20 lange Monate hat der Angeklagte in Untersuchungshaft gesessen, und natürlich besteht die Sorge, dass die Kammer mit ihrer Entscheidung irgendwie zu dem Ergebnis kommen wird, dass die Untersuchungshaft aufgebraucht ist. “U-Haft schafft Rechtskraft” – wir kennen das ja ...

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