Goldige Aneignungen am Arbeitsplatz und goldige Auffassung über “Herrenlosigkeit” {Die 273.682,97 Euro-Frage}

von Liz Collet

Mancher hat schon Bleistifte vom Arbeitsplatz mitgenommen. Während eines Arbeitsverhältnisses. Und mehr als Bleistifte. Und beim Verlassen desselben.

Manche sind goldiger in ihrem Aneignungsbedürfnis.

Und haben goldige Rechtsauffassungen zum Begriff der Herrenlosigkeit.

Wenn

sich deren Rechtsauffassung durchsetzen sollte, werden sogar Anwälte scharenweise den Beruf wechseln und Mitarbeiter der Hamburger oder anderer Friedhöfe werden wollen. Wo und wenn Mitarbeiter sich ihre Arbeitszeit dann ganz nebenbei so rischtisch vergolden lassen können.

Mit so einem Mitarbeiter hatten es offenbar die Hamburger Friedhöfe, Anstalt des öffentlichen Rechts zu tun. Die machen gegen einen Mitarbeiter Schadensersatz geltend.

Der beklagte Arbeitnehmer war vom 10. April 1995 bis 20. Oktober 2011 bei der Klägerin, die Krematorien in Hamburg unterhält, beschäftigt. Nachdem der Beklagte zunächst im Krematorium Hamburg-Öjendorf als Bediener der Einäscherungsanlage tätig gewesen war, arbeitete er seit 1. Juni 2005 überwiegend im Büro des Krematoriums und führte aushilfsweise Einäscherungen durch. Arbeitnehmer, die mit Einäscherungen betraut waren, mussten die Aschereste im Anschluss an die Einäscherung auf Edelmetalle und Implantate untersuchen sowie Zahngold und sonstiges Gold in ein dafür vorgesehenes Tresorbehältnis legen. Der Beklagte war ua. für die Entleerung des Tresorbehältnisses zuständig. Er verwahrte den Schlüssel des Behältnisses sowie das Entnahme-Aufzeichnungsbuch.

Die Klägerin wies den Beklagten schriftlich darauf hin,

  • dass Wertgegenstände wie Schmuck, Gold und sonstige wertvolle Materialien den Einäscherungsrückständen nicht entnommen werden dürften.
  • Komme es zu einschlägigen Vorfällen, an denen der Beklagte beteiligt sei, werde das Arbeitsverhältnis fristlos gekündigt und Strafanzeige erstattet ...
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