Auffahrunfall wegen eines Eichhörnchens - Mithaftung des Bremsenden

Wird wegen eines Eichhörnchens stark abgebremst und der Hintermann fährt auf, muss sich der Vorausfahrende die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs mit 25% anrechnen lassen. Auch wenn es eventuell zu Lasten des Eichhörnchens gegangen wäre, hätte der Unfall durch Weiterfahren vermieden werden können. Der Sachverhalt

Der Kläger bremste mit seinem Fahrzeug wegen eines Eichhörnchens bis zum Stillstand ab. Das dahinter fahrende Fahrzeug fuhr auf den Kläger auf. Der Kläger behauptet, das Eichhörnchen sei über die Straße gelaufen, habe bereits die gesamte Gegenfahrspur überquert. Es wurde in zwei moderaten Bremsphasen abgebremst.

Der Auffahrende als Beklagter behauptet, das Eichhörnchen sei am Gehweg gesessen, erst nach dem Stillstand der Fahrzeuge sei es über die Fahrbahn gelaufen. Der Kläger habe eine Vollbremsung durchgeführt.

Das Urteil des Amtsgerichts München (Az. 331 C 16026/13)

Der Beweis des ersten Anscheins spricht dafür, dass derjenige, der auf den Vorausfahrenden auffährt, i. d. R. unaufmerksam oder zu dicht hinter dem Vordermann war. Der Anscheinsbeweis kann dadurch erschüttert werden, dass ein atypischer Verlauf, der die Verschuldensfrage in einem anderen Lichte erscheinen lässt, von dem Auffahrenden dargelegt und bewiesen wird.

Dies ist z.B. der Fall, wenn der Vorausfahrende unvorhersehbar und ohne Ausschöpfung des Anhalteweges ruckartig- etwa infolge einer Kollision - zum Stehen gekommen und der Nachfolgende deshalb aufgefahren ist. Daran fehlt es aber, wenn das vorausfahrende Fahrzeug durch eine Vollbremsung oder Notbremsung zum Stillstand kommt, denn ein plötzliches scharfes Bremsen des Vorausfahrenden muss ein Kraftfahrer grundsätzlich einkalkulieren (BGH, Urteil vom 16.01.2007, BGH Az. VI ZR 248/05) ...

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