Die Opfer des Prof. Dr. Reinfried Pohl


De mortui nisi nihil bene – über die Toten nur Gutes. Nach diesem Motto fielen dann auch – manchmal wenigstens mit verklausulierter Kritik – die Nachrufe auf Dr. Reinfried Pohl aus. Wirklichen Klartext leistete sich bislang noch keine Zeitung.

Opfer 1: Privatkunden

Pohl hatte für Versicherungsunternehmen Absatzaorganisationen mitaufgebaut, zunächst die Bonnfinanz, dann seine Deutsche Vermögensberatungs AG. Die scheinbar als Berater der Kunden agierenden “Experten”, die nicht einmal einen Schulabschluss benötigten, standen tatsächlich im Lager der Finanzindustrie. Die “Beratungsergebnisse” ließen sich über die Provision steuern, die der Drücker für Vertragsabschlüsse erhielt. Die Provisionsjäger, die in Schnellkursen zu “beratenden” und “unabhängigen” Abschlussvertretern “ausgebildet” wurden, boten nicht nur Versicherung an, sondern auch sonstige Finanzdienstleistungen.

Diese “Allfinanz”, die Dr. Pohl als großartige Innovation empfindet, bietet heute praktisch jede Bank. Ein Produkt, dass man nicht bekam, war eine Rechtsschutzversicherung, die vor den vermittelten Produkten der DVAG schützte. Es ist Drückerkolonnen wie der DVAG zu verdanken, dass viele Deutsche eine Lebensversicherung für eine sinnvolle Alterssicherung zum Vermögensaufbau halten.

Zur Qualität der vertriebenen Produkte und der Beratungsleistung möchte ich mich aus berufsrechtlichen Gründen nicht äußern.

Opfer 2: Handelsvertreter

Die DVAG ist ein nach dem Pyramidensystem aufgebauter Strukturvertrieb, indem Menschen, die etwa in ihrem Berufsleben nicht erfolgreich waren oder sich anderweit nicht bewährt hatten, eine zweite Chance bekamen: Provisionsbasiertes Klinkenputzen – als Handelsvertreter, bei dem man die Nachteile des Angestellten mit denen des Selbständigen kombinierte. Viele Versicherungsberater können sich nicht einmal die eigene Krankenversicherung leisten ...

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Wenn der Finanzberater klingelt - Der falsche Traum vom grossen Geld

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  • Zum Tode Reinfried Pohls: Respekt, Alter! - manager magazin

    manager-magazin.de - 57 Leser, 3 Tweets - Reinfried Pohl, Gründer des größten deutschen Finanzvertriebs, war ein Fan konservativer Werte. Sein Konzept war simpel, der Erfolg enorm. Heute kopieren Banken die Methoden der einst belächelten Vertriebs-Konkurrenz. Von der Finanzcommunity bekam Pohl schon lange, was er sich am meisten wünschte: Anerkennung.

  • Helmut Kohl erinnert sich an seinen Freund Reinfried Pohl

    bild.de - 35 Leser, 5 Tweets - Nachruf auf meinen Freund Reinfried Pohl, der Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

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