Zu übergewichtig für den Geschäftsführer-Job?

von Thorsten Blaufelder

Gerade Führungsposten dürfen auch nach dem äußeren Erscheinungsbild der Bewerber besetzt werden. Das jedenfalls meint das Arbeitsgericht Darmstadt. Am Donnerstag, 12.06.2014, wies es die Diskriminierungsklage einer Stellenbewerberin ab, die nach eigener Einschätzung wegen ihres Übergewichts nicht als Geschäftsführerin eingestellt worden war (AZ: 6 Ca 22/13).

Die Frau hatte sich beim „Borreliose und FSME Bund Deutschland“ als Geschäftsführerin beworben. Der Verband mit Sitz in Münster/Hessen bei Darmstadt vertritt Patienten, die an diesen durch Zeckenbisse ausgelösten Krankheiten erkrankt sind.

Nach einem ersten Vorstellungsgespräch hatte der Verband offenbar Interesse. Er lud die Frau zu einem weiteren Gespräch ein. Schon im Vorfeld fragte die stellvertretende Vereinsvorsitzende und kommissarische Geschäftsführerin jedoch nach, warum die Bewerberin kein Normalgewicht habe.

Zur Begründung hieß es, dass die von dem Verband vertretenen Patienten auch auf ihr Gewicht achten müssten. Eine übergewichtige Geschäftsführerin würde die Empfehlungen des Vereins für Ernährung und Sport unterlaufen.

Laut Spiegel Online trägt die Frau nach eigenen Angaben Kleidergröße 42. Mit 1,70 Metern wiegt sie allerdings – ebenfalls nach eigenen Angaben – 83 Kilogramm. Das entspricht einem sogenannten Bodymass-Index (BMI) von 28,7 ...

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