Scheidungskosten in der Einkommensteuer

von Udo Schwerd

Die Abziehbarkeit der Scheidungskosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung spielt in der Praxis eine erhebliche Rolle, da ungefähr jede dritte Ehe in Deutschland geschieden wird und eine Scheidung in der Regel mit erheblichen Kosten für Rechtsanwälte und das Familiengericht verbunden ist. Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen wissen, ob und wie die Scheidungskosten im Rahmen der Einkommensteuer richtig angesetzt werden.

Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastungen

Bei den Scheidungskosten ist zu unterscheiden zwischen

  • den Kosten der Ehescheidung selbst,
  • den Kosten für die Scheidungsfolgesachen und
  • den anschließenden Folgekosten.

Im Falle einer Scheidung müssen die Ehegatten deutlich mehr regeln als nur die Ehescheidung selbst, insbesondere

  • den Versorgungsausgleich (= Ausgleich der erworbenen Rentenanwartschaften während der Ehe),
  • die Auseinandersetzung des gemeinsam erworbenenen Vermögens (= Zugewinnausgleich),
  • die Unterhaltsregelung und
  • die Regelung der elterlichen Sorge für die Kinder (sofern vorhanden).

In zwei Grundsatzurteilen des BFH vom 30.06.2005 (BStBl. 2006 II S. 491, 492) hat dieser entschieden, dass im Zusammenhang mit einer Scheidung nur die Kosten steuermindernd abziehbar sind, die für die eigentliche Scheidung und für die Scheidungsfolgesachen im sog. Zwangsverbund angefallen sind. Zu letzterem gehört jedoch nur der Versorgungsausgleich. Diese Kosten können als sog. außergewöhnliche Belastungen gem. § 33 EStG steuermindernd geltend gemacht werden, wobei eine zumutbare Belastung zu berücksichtigen ist.

Nicht berücksichtigt werden jedoch die Kosten für alle anderen Angelegenheiten, die vom Familiengericht außerhalb des Zwangsverbunds entschieden oder von den Ehegatten außergerichtlich vereinbart werden ...

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