Keine Wiedereinstellung des gekündigten katholischen Organisten

von Thorsten Blaufelder

Der wegen einer außerehelichen Beziehung gekündigte Essener Kirchenorganist Bernhard Schüth hat keinen Anspruch auf Wiedereinstellung. Dem stünden die lange Zeit seit der Kündigung und der Anspruch der Kirche auf Rechtssicherheit entgegen, urteilte am Donnerstag, 05.06.2014, das Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf (AZ: 11 Sa 1484/13).

Schüth war in der katholischen Gemeinde St. Lambertus in Essen-Rellinghausen als Organist und Chorleiter angestellt. Er war verheiratet, lebte aber von seiner Frau getrennt. Als die katholische Kirche herausbekam, dass der Kirchenmusiker eine außereheliche Beziehung unterhielt und seine neue Partnerin ein Kind von ihm erwartete, wurde er im März 1998 entlassen. Erst im August 1998 ließ sich der Organist scheiden.

Schüths Kündigungsschutzklage wurde im Jahr 2000 vom Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf abgewiesen. Noch im selben Jahr wies das Bundesarbeitsgericht (BAG) seine Nichtzulassungsbeschwerde ab, und auch eine Verfassungsbeschwerde blieb ohne Erfolg.

Daraufhin zog der Musiker vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Dieser stellte am 23.09.2010 einen Verstoß gegen das Recht auf Privat- und Familienleben fest und sprach Schüth eine Entschädigung in Höhe von 40.000,00 € zu (AZ: 1620/03) ...

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