ESO ES 3.0 – und was man dagegen tun kann

von Daniel Nowack

Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den am häufigsten geahndeten Rechtsverstößen in Deutschland. Sie haben ihre Berechtigung in der Gewährleistung der Verkehrssicherheit, bringen jedoch oftmals auch unverhältnismäßige Nachteile für die Betroffenen mit sich. Außerdem ist es angesichts der Masse von Verfahren nicht verwunderlich, dass bei der Verfolgung dieser Verstöße Fehler gemacht werden. Erhebungen haben ergeben, dass bis zu 85 Prozent (!) aller Bußgeldbescheide wegen technischer Unzulänglichkeiten, mangelhafter Beweisführung oder Formfehlern angreifbar sind, d.h. zu von dem Bußgeldbescheid abweichenden Ergebnissen bis hin zur Einstellung des Verfahrens oder einem Freispruch führen können.

Das Messgerät ESO ES 3.0 wird in ganz Deutschland häufig zur Geschwindigkeitsmessung und Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen genutzt. Es steht durchgehend in der Kritik, da die exakte Messwertentstehung nicht nachvollziehbar ist und – zumindest wieder seit der Veröffentlichung der Softwareversion 1.007 – zur Plausibilitätsprüfung geeignete Daten durch den Hersteller bewusst zurückgehalten werden. Trotzdem ist es durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) zur Eichung zugelassen und gilt nach überwiegenden Teilen der Rechtsprechung auch als geeignetes Messgerät für die Messung im sog. „standardisierten Messverfahren“.

Dieser Ratgeber soll Personen, gegen welche wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung ermittelt wird, welche durch das Messgerät ESO ES 3.0 gemessen wurde, und weiteren Interessierten Informationen über das Messgerät und seine Angriffsflächen geben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Informationen nicht die Vertretung durch einen qualifizierten Verteidiger ersetzen können, der die stetigen Veränderungen der Technik und der Rechtsprechung stets im Blick hat.

Funktionsweise

Das Messgerät ES 3.0 ist ein mobiler, rechnergesteuerter Einseitensensor ...

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