Universität Köln: Entschädigungpflichtig wegen Benachteiligung bei Stellenbesetzung aufgrund Behinderung?

von Liz Collet

Wie deutlich muss man bei der Stellenbewerbung den möglichen neuen Arbeitgeber auf eine Behinderung hinweisen?

Wo in den Bewerbungsunterlagen sollte der Nachweis der Behinderung einsortiert sein?

Darf ein Bewerber nicht erwarten, dass alle Bewerbungsunterlagen durchgesehen werden?

Denn die meisten Bewerber mit einer etwaigen Behinderung dürfte ungeachtet AGG und anderen Regelungen gegen Diskriminierung eher Sorge beschäftigen, wie sie ihre Bewerbung darstellen und ihre Leistungsfähigkeit wie -bereitschaft, die ausgeschriebene Stelle konkurrenzfähig zu nicht behinderten Bewerbern ausfüllen zu können. Und eine Behinderung daher jedenfalls nicht in den Vordergrund zu spielen, auch wenn sie diese nicht verschweigen und auch mit der Kopie eines Schwerbehindertenausweises in den Unterlagen belegen.

Ist es die Quadratur des Kreises, einerseits gesetzlich legitime Ansprüche auf verpflichtende Einladung zum Vorstellungsgespräch bei öffentlichen Arbeitgebern erreichen zu wollen, aber sich nicht von vornherein eben als “nicht gleich geeignet” zu qualifizieren, bevor ein Arbeitgeber überhaupt alle Unterlagen der Bewerbung und Bewerbungsschreiben gelesen hat? Ohne seinerseits diese als “von vornherein nicht geeignet” auf den Stapel der abzulehnenden Bewerbungen zu legen?

Die Frage haben ihren Grund in einer Argumentation der Universität Köln im folgenden Fall. Bei der es ein wenig reizt, in Ihnen ein Bild wachzukitzeln, bei welchem sich unwillkürlich das Bild eines Personalchefs vor das innere geistige Auge schiebt, der beide Hände über die eigenen Augen abdeckend gelegt, ausruft:

“Ich seeeeeeh niiiix von einem Schwerbehindertennachweis”.

Ja, ich gebe zu: Mein Kopfkino übertreibt mal wieder mit der Bildregie, aber das mag auch an dem ganz maßlosen Anspruch begründet sein, dass Unterlagen auch gelesen werden sollten, …alle, vollständig.

Denn dazu sind sie bei Bewerbungen eigentlich ja da ...

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