“Ach, das Mädchen Käsemann”

von Liz Collet

Der Dokumentarfilm “Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?” erzählt von tragisch verpassten Chancen, ein Menschenleben zu retten.

Und er ist ein Beitrag, der angesichts der Fussball-WM und der Wahl von Orten für sportliche Gross-Veranstaltungen nicht allein beim Fussball die Frage aktueller denn je aufwirft, welche Mittel diese in der Politik, Diplomatie und gegenüber Staaten mit fragwürdigem Demokratieverständnis darstellen könn(t)en. Sofern sie als Mittel und Druckmittel eingesetzt werden. Aber auch die Frage, ob es Länder gibt, die sich für solche Veranstaltungen disqualifizieren. Und wo Politik sich auf einer Gratwanderung zwischen Handeln, Unterlassen und Versagen bewegt.Mit der Teilnahme an Veranstaltungen in solchen Ländern. Aber nicht allein damit.

Ende der 60er Jahre lässt sich die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann von der Dritte-Welt-Bewegung erfassen, bereist Lateinamerika, bleibt schließlich in Buenos Aires, wo sie weiterstudiert und Sozialarbeit in den Slums leistet. Als die Militärs 1976 putschen, schließt sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin, der britischen Theologiestudentin Diana Austin, einem Netzwerk an, das vom Regime Verfolgte mit gefälschten Papiere außer Landes bringt. Und sie verliebt sich in den linken Journalisten Sergio Bufano, der schon einmal dem Zugriff der Militärpolizei entkommen konnte. Er kann fliehen – mit dem letzten gefälschten Ausweis, den Elisabeth Käsemann fertigt. Am 8. März 1977 wird sie selbst in Buenos Aires in ein Folterlager verschleppt.

Das Land wird von einer Militärdiktatur unterdrückt. Regimekritiker werden zu Tausenden verschleppt, gefoltert, getötet. Die alarmierten Eltern wenden sich vergeblich an das Auswärtige Amt ...

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