Sado-Maso-Urlaub nur teilweise steuerbegünstigt

von Thorsten Blaufelder

Ein Sado-Maso-Studio dient nicht der „Beherbergung“. Ist das Studio Teil einer Ferienwohnung, gilt für Übernachtungen in der restlichen Wohnung aber trotzdem die ermäßigte Umsatzsteuer, wie das Niedersächsische Finanzgericht (FG) in Hannover in einem am Dienstag, 03.06.2014, veröffentlichten Urteil entschied (AZ: 5 K 358/13).

Für „Wohn- und Schlafräume, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereithält“, gilt die ermäßigte Umsatzsteuer von nur sieben Prozent.

Im Streitfall geht es um eine idyllisch gelegene 100-Quadratmeter-Wohnung im Obergeschoss eines Zweifamilienhauses. 70 Quadratmeter entfallen auf Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Bad, die restlichen 30 Quadratmeter auf zwei „besondere Räumlichkeiten“: ein SM-Studio und ein „Behandlungszimmer“, das beispielsweise mit einem Gynäkologenstuhl ausgestattet ist. Die Wohnung kann tageweise oder auch nur für einige Stunden (vier Stunden 60, am Wochenende 80,00 €) gemietet werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug anderthalb Tage.

Der Besitzer rechnete seine Mieteinnahmen mit dem für gewerbliche Ferienwohnungen üblichen Umsatzsteuersatz von sieben Prozent ab. Das
Finanzamt dagegen verlangte den regulären Steuersatz von 19 Prozent. Bei den streitigen Umsätzen von netto rund 50.000,00 € pro Jahr ergibt dies einen Unterschied von immerhin 6.000,00 € jährlich.

Mit seiner Klage argumentierte der Besitzer, der überwiegende Teil der Wohnung diene der Beherbergung und Übernachtung. Nach wissenschaftlichen Studien dauere Sex durchschnittlich 15 Minuten ...

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