Das SM-Studio in der Ferienwohnung – und die Umsatzsteuer

Nach § 12 Absatz 2 Nr. 11 UStG gilt der ermäßigte Steuersatz insbesondere für die Vermietung von Wohn- und Schlafräumen, die zur kurzfristigen Beherbergung bereitgehalten werden. Dabei ist unerheblich, ob eine Ferienwohnung vorrangig zu Wohnzwecken oder zur Befriedigung der besonderen sexuellen Vorlieben angemietet wurde. Entscheidend ist allein, dass Wohn- und Schlafräume vermietet wurden. Hieran ändert die Überlassung weiterer Räume zur Befriedigung besonderer sexueller Vorlieben nichts. Diese Nebenleistung dient nicht unmittelbar der Vermietung und unterliegt daher der Regelbesteuerung.

Mit dieser Begründung hat das Niedersächsische Finanzgericht der Klage eines Vermieters stattgegeben, der sich dagegen gewehrt hat, dass die gesamten Vermietungsumsätze für eine Ferienwohnung mit zusätzlichem SM-Studio vom Finanzamt der Regelbesteuerung unterworfen worden sind. Die in A-Stadt gelegene Ferienwohnung ist ca. 100 qm groß und befindet sich in der oberen Etage eines Zweifamilienhauses. Sie besteht aus einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer, Küche und Bad (insgesamt ca. 70 qm). Zusätzlich gibt es zwei weitere Räume (insgesamt ca. 30 qm), von denen der eine im Stil eines Bondage-, Sado-Maso (BDSM) Studios eingerichtet ist und der andere aufgrund seiner Ausstattung (z. B. Gynäkologenstuhl) als “Behandlungszimmer” dienen kann ...

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