Ping-Anrufe – Rufnummerntarnung als Betrug

Ping-Anrufe nerven nicht nur, sie stellen auch einen strafbaren (versuchten) Betrug dar.

Haben Sie auch schon einmal Telefonanrufe von unbekannten Telefonnummern in Ihrer Rückrufliste gehabt? Sicherlich. Und haben Sie dort zurückgerufen? Bestimmt auch. Soweit, so normal. Ärgerlich wird das Ganze allerdings, wenn es nur noch um Abzocke geht.

Wie das geht? Ganz einfach: Mit Ping-Anrufen. Hierzu ruft der Abzocker zunächt computergestützt eine große Vielzahl von Mobiltelefonnummern an und lässt es dabei nur einmal klingeln. Gleichzeitig hinterlässt der Anrufer in der Anrufliste der Telefone nicht die Rufnummer des Festnetzanschlusses, von dem der Anruf kam, sondern mittels einer speziellen Computerfunktion, über die der für die massenhaften Anrufe genutzte Server verfügen muss, die Rufnummer eines Mehrwertdienstes. Die Besitzer der Mobiltelefonanschlüsse sollen dadurch zu einem Rückruf bei dieser Mehrwertdienstnummer veranlasst werden, der indes lediglich zur Ansage eines für die Anrufer nutzlosen Textes führt (“Ihre Stimme wurde gezählt.” oder ähnliche sinnbefreite Texte), dafür aber zu einer für den Abzocker erfreulichen Einnahmen über ihre Telefonrechnung führt. Besonders beliebt hierfür ist die Mehrwertdienste-Nummerngasse “0137″, da sie bei einem flüchtigen Blick leicht mit der Mobilfunkvorwahl “0173″ verwechselt werden kann. Und wenn die noch die Länderkennung für Deutschland davorgesetzt wird, ist das Ergebnis “49137″ für vielen nicht mehr als Mehrwertnummer zu 98 Cent je Anruf zu erkennen …

Derartige “Ping-Anrufe” sind als Betrug strafbar, was der Bundesgerichtshof nun ausdrücklich bestätigte.

Der Ping-Anruf erfüllt die Tatbestandsmerkmale der Täuschung und – dadurch hervorgerufen – des Irrtums im Sinne des § 263 Abs. 1 StGB:

Das Tatbestandsmerkmal der Täuschung liegt vor. In dem eingehenden Anruf ist die schlüssige Übermittlung eines Kommunikationswunsches zu sehen ...

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