Große Tätowierung am Unterarm - Keine Einstellung bei der Bundespolizei

Tätowierungen seien zwar heutzutage nicht mehr nur in Seefahrer- und Sträflingskreisen anzutreffen, sondern in den verschiedensten Gesellschaftsschichten. Hieraus könne jedoch nicht abgeleitet werden, dass auch bei einem Polizisten als Repräsentant des Staates eine großflächige Tätowierung allgemein toleriert werde.

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat in einem Eilverfahren mit Beschluss (1 L 528/14.DA) entschieden, dass eine Bewerberin für den Dienst bei der Bundespolizei unter Hinweis auf eine großflächige Tätowierung ihres Unterarms abgelehnt werden darf.

Der Sachverhalt

Eine junge Darmstädterin hatte sich um die Zulassung zur Ausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei beworben. Nachdem bekannt geworden war, dass die Bewerberin am rechten Unterarm eine großflächige Tätowierung trägt, war ihr seitens der Bundespolizeiakademie die Zulassung zu dem der Einstellung vorgeschalteten Eignungsauswahlverfahren versagt worden.

Tätowierung steht einer Einstellung entgegen

Zur Begründung war darauf hingewiesen worden, dass nach den einschlägigen Richtlinien jedwede Tätowierung, die beim Tragen der Uniform - wozu auch das kurzärmelige Sommerhemd gehöre - sichtbar sei, einer Einstellung in den Dienst der Bundespolizei entgegenstehe.

Tätowierung als Provokation

Nach Auffassung des Dienstherrn, der Bundesrepublik Deutschland, sei die Uniform Ausdruck der Legitimation und der Neutralität des Polizeibeamten. Diese könnten durch eine Tätowierung beeinträchtigt werden. Bei Einsätzen mit Gefährdungs- und Konfliktpotenzialen gehe es darum, möglichst keine Ansätze für Provokationen zu bieten. Sichtbare Tätowierungen könnten das Misstrauen des Bürgers schüren, weil sie als Zeichen eines gesteigerten Erlebnisdrangs verstanden werden könnten. Solche Tätowierungen würden eine überzogene Individualität zum Ausdruck bringen, die die Toleranz anderer übermäßig beanspruche ...

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