4A_521/2013: Geländerhöhe in einem Hotelzimmer stellte keinen Werkmangel dar

von Roland Bachmann
A. nahm mit seinen Eltern an einem Familienanlass teil, der aus einem gemeinsamen Essen, Übernachtung und Frühstück in einem Hotel bestand. Nach Mitternacht begab sich A. in sein Zimmer im zweiten Obergeschoss des Hotelgebäudes und wurde am frühen Morgen, nur mit einer Pyjama-Hose bekleidet, schwer verletzt auf dem Bauch liegend und mit dem Kopf gegen das Gebäude gerichtet auf dem Verbundsteinplatz vorgefunden, der ca. 5.5 m unterhalb seines Zimmers gelegen war. Das Zimmer war verschlossen, wobei der Schlüssel von innen steckte. Das bis zum Boden gehende Fenster, vor dem ein Geländer angebracht war, war zugeklappt, aber nicht verschlossen. Die Gerichte gingen davon aus, dass A. aus dem Fenster gestürzt war und dass das Geländer eine Höhe von 91 cm ab Zimmberboden aufwies (Urteil 4A_521/2013 vom 9. April 2014, E. 1.1).

A. machte geltend, das Geländer seines Zimmers sei nicht hoch genug gewesen und habe keine hinreichende Sicherheit geboten. Gemäss SIA-Empfehlung 358 von 1977 musste ein Geländer bei einer möglichen Absturzhöhe von weniger als 12 m eine Höhe von mindestens 0.9 m ab begehbaren Boden aufweisen. Diese Empfehlung wurde 1996 revidiert und die normale Höhe auf 1.0 m erhöht. Das streitgegenständliche Geländer entsprach damit nicht mehr dem neusten Standard (E. 1.1 und 2.1). A. machte überdies geltend, dass das Gebäude dem Publikumsverkehr diente, weshalb der Mindeststandard nicht nur erfüllt, sondern um 10 cm hätte überschritten werden müssen ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK