Tempelhofer Feld bleibt

Die Berliner Zeitung meldete am 26. Mai „Das Feld bleibt unbestellt.“ Die Bürgerinitiative hat gesiegt, es dürfen keine Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld gebaut werden, es wird keine Bibliothek geben, laut Gesetz der Bürgerinitiative sind auf dem sog. äußeren Wiesenring nur ungedeckte Sportflächen, Parkbänke, Gemeinschaftsgärten, Abfalleimer, Hinweisschilder erlaubt und auf dem zentralen Wiesenbereich Sonnenschirme, etwas Gastronomie, Sitzgelegenheiten und mobile Kinderspielplätze.

Die Berliner haben für ein Gesetz gestimmt, dessen Ziel es ist, „die wertvollen Eigenschaften des Tempelhofer Feldes und die darauf beruhenden Funktionen dauerhaft zu erhalten und vor Eingriffen, welche sie gefährden oder verändern können, zu schützen.“

Welche wertvollen Eigenschaften hat das Tempelhofer Feld und welche Funktionen beruhen darauf, die so wertvoll sind, dass Veränderungen unbedingt zu vermeiden sind? Sinn und Zweck des Gesetzes ist also, dass alles so bleibt wie es ist? Die Wiesenflächen sollen als Kaltluftentstehungszone erhalten bleiben, heißt es da, offenbar gibt es nicht genug Kaltluftentstehungszonen, die auch dringend gebraucht in der Stadt. Vielleicht für die Obdachlosen und Wohnungssuchenden, die infolge ergebnisloser Anstrengungen ja schnell an Überhitzung zugrunde gehen.

Der Senat hatte geplant, 4.700 Wohnungen auf einer Fläche von 60 ha zu bauen, da wären immer noch 240 ha unbebaut geblieben, aber nach dem Flughafendisaster trauen die Berliner dem Senat wohl nicht mal mehr den erfolgreichen Bau einiger Wohnungen zu, das kann man verstehen. Auch hieß es, durch ein derartiges Bauprojekt würden ohnehin nur die oberen Einkommensschichten bedient und nicht die sozial Schwachen. Aber selbst wenn das so wäre, die sozial Schwachen hätten dann 4700 Konkurrenten weniger zu fürchten auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum, den man zur Zeit einfach nicht findet ...

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