Diskriminierungsentschädigung kann direkt beim Arbeitsgericht eingeklagt werden

von Thorsten Blaufelder

Abgelehnte Stellenbewerber können einen Anspruch auf eine Diskriminierungsentschädigung nicht nur beim betroffenen Arbeitgeber, sondern auch allein beim zuständigen Arbeitsgericht fristgerecht geltend machen. Vertrödelt ein Arbeitsgericht die Weiterleitung der Klage an den Arbeitgeber, darf dies nicht zulasten des Stellenbewerbers gehen, urteilte am Donnerstag, 22.05.2014, das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (AZ: 8 AZR 662/13).

Das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) sieht vor, dass Ansprüche auf eine Diskriminierungsentschädigung innerhalb von zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden müssen. Dies ist auch auch außergerichtlich möglich.

Im jetzt entschiedenen Rechtsstreit hatte eine schwerbehinderte, an multipler Sklerose (MS) erkrankte Stellenbewerberin aus Schleswig-Holstein die Entschädigung nicht zunächst beim Arbeitgeber eingefordert, sonder direkt eine Diskriminierungsklage bei ihrem zuständigen Arbeitsgericht eingereicht.

Die Frau hatte sich auf eine Stellenanzeige zur Fachangestellten für Bäderbetriebe beworben. Zu den Aufgaben gehörte die Beaufsichtigung des Badebetriebs, die Durchführung eines Aquafitnessprogramms und Badegästen Schwimmunterricht zu erteilen. Der Arbeitgeber bot der Bewerberin eine Elternzeitvertretung an.

Als die Frau den Betrieb besichtigte, teilte sie der stellvertretenden Geschäftsführerin ihre MS-Erkrankung und ihre Schwerbehinderung mit ...

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