Jesus Worte und das Urheberrecht

von André Stämmler

Jesus von Nazareths Worte können urheberrechtlichen Schutz genießen. Das jedenfalls stellte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) mit Urteil vom 13.5.2014 fest. In dem Verfahren ging es um einen Text aus dem Buch „A Course in Miracle". Diesen Text hatte die Autorin S. - eine amerikanische Professorin für Psychiatrie - angeblich in aktiven Wachträumen von Jesus persönlich empfangen, empfangen niedergeschrieben, überabreitet und bereits 1975 veröffentlicht.

Geklagt hatte eine us-amerikanische Stiftung gegen einen deutschen Verein. Dieser hatte Textpassagen aus der C-Fassung des Buches veröffentlicht.

Der beklagte Verein verteidigte sich gegen die Klage mit dem Argument, dass die Buchautorin S gar keinen urheberrechtlichen Schutz genießen könne, da nicht sie die Urheberrin sei, sondern Jesus von Nazareth. Der sei lediglich durch Jesus „diktiert" worden und stelle damit keine eigene geistige Schöpfung von S. dar.

Dem folgten weder das Landgericht noch das Oberlandesgericht und sprachen urheberrechtlichen Schutz zu. Die klagende Stiftung konnte danach als Rechtsnachfolgerin der S. Unterlassung gem. 97 I UrhG von dem deutschen Verein verlangen. Als Begründung führte das OLG folgendes aus:

Der Ansicht des Beklagten, S ...

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