„Hättest du geschwiegen …“ – Jan Ullrichs taktisches Verhältnis zur Wahrheit

von Rainer Pohlen

Ob der ehemalige Tour-de-France-Gewinner Jan Ullrich tatsächlich das Zeug zum Philosophen hätte, wenn er in bestimmten Situationen einfach schweigen würde, vermag ich nicht zu sagen. Tatsache ist aber, dass der Mann sich bisweilen ziemlich in den Schlamassel hineinredet, wenn er den Mund aufmacht. Das kennen wir bereits von seinem jahrelangen Bestreiten jeglichen Dopings, bis er schließlich so überführt war, dass es nichts mehr zu bestreiten gab. Zuvor hatte er unter anderem anlässlich eines Zivilrechtsstreits gegen den Dopingexperten Dr. Franke eine wohl falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben und jeden Dopingverdacht von sich gewiesen. Ein seinerzeit eingeleitetes Ermittlungsverfahren wurde Jahre später wegen Verjährung eingestellt, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Ein wegen der Dopingvorwürfe eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen Betruges zum Nachteil seines Rennstalls Team T-Mobile ist im Jahr 2008 gegen Zahlung eines sechsstelligen Betrages gem. § 153a StPO eingestellt worden. In ihrer Einstellungsverfügung hatte die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass Ullrich definitiv gedopt habe. Erst im Jahr 2011 hat Ullrich gegenüber dem FOCUS Blutdoping eingeräumt. Sinngemäß hat er damals gesagt, er habe aber niemanden betrogen, da er nur gemacht hätte, was alle Radsportler gemacht haben.

Jetzt wurde der gute Jan erneut der Lüge überführt.

Am Montagabend dieser Woche war Ullrich nach einem Bericht bei bild.de unter Alkoholeinfluss in der Schweiz mit seinem Audi A6 auf einen Citroen Pluriel aufgefahren. Ein drittes Fahrzeug wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen ...

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